Die Montessori-Schule hat am 4. und 5. September 2026 ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert – und damit auch einen Bildungsweg, den es in dieser Form in Hessen kein zweites Mal gibt: Als bislang einzige Montessori-Einrichtung im Land begleitet das Zentrum Kinder und Jugendliche durchgängig von der Krippe über das Kinderhaus, die Grundschule und die Integrierte Gesamtschule bis zur eigenen staatlich anerkannten Gymnasialen Oberstufe – alles unter einem Dach und aus einer pädagogischen Hand. An zwei Festtagen kamen Schüler*innen, Familien, Mitarbeitende, Ehemalige und Gäste zusammen, blickten auf drei Jahrzehnte der Montessori-Schule Hofheim zurück und feierten gemeinsam, wie aus einer mutigen Idee eine feste Größe in der Bildungslandschaft geworden ist.
Was 1996 mit 38 Schüler*innen sowie drei Lehrkräften begann, hat sich zu einem der wenigen durchgängigen Bildungsangebote seiner Art in Deutschland entwickelt. Heute lernen mehr als 330 Kinder und Jugendliche in der sechsjährigen Grundschule, der Integrierten Gesamtschule oder der Gymnasialen Oberstufe. 56 Lehrkräfte und weiteres Fachpersonal begleiten sie individuell auf dem Weg zu staatlich anerkannten Abschlüssen – bis hin zum Abitur. Das Montessori-Kinderhaus öffnete bereits drei Jahre vor der Schule seine Türen und legte damit den Grundstein für diesen einzigartigen Bildungsweg.
Am Freitagnachmittag stimmte sich die Schulgemeinschaft mit einem bunten Programm auf den Festakt ein: Schulrundgänge, das Schülercafé, „Walk-Acts“ der Theatergruppe aus der Jahrgangsstufe 13 sowie Ausstellungen zur Schulgeschichte und zur Pulsarwoche luden zum Kennenlernen und Austauschen ein.
Festakt mit Empfang
Am Abend versammelten sich die Gäste in der Kapelle der Schwestern vom Guten Hirten. Schulleiterin Diana Dimitrov und Stefanie Schwanethal, Pädagogische Vorständin, eröffneten den Festakt mit einem berührenden Dialog über die Gegenwart und die Zukunft des Montessori-Zentrums. Dabei rückten sie die persönlichen Lebens- und Bildungswege der jungen Menschen in den Mittelpunkt. „Hinter jeder einzelnen Zahl steckt ein Mensch, kein Datenpunkt“, betonte Schwanethal. Anschließend übergaben beide die Moderation an die Oberstufenschülerinnen Lara Orhon und Amelie Stommel, die durch das weitere Programm führten. Die ehemalige Schülerin Helen Schulschenk (Gesang) und Erik Englert (Klavier) gestalteten eine wunderschöne musikalische Begleitung.
Dr. Jörg Boysen, ehemaliger Vorsitzender des ehrenamtlichen Vorstandes, erinnerte an die Anfänge und die Hürden, die die Montessori-Schule in den vergangenen Jahrzehnten gemeistert hat. Dazu gehörten die Finanzierung, die Suche nach qualifizierten Lehrkräften, die Genehmigung der Gymnasialen Oberstufe und der Neubau des Oberstufengebäudes mit den Nawi-Fachräumen. Zugleich würdigte er die Menschen, die den Aufbau und die Entwicklung der Schule getragen haben: „Die Montessori-Schule Hofheim hat das große Glück, mit solch guten Pädagoginnen und Leitungen eine große Kontinuität gehabt zu haben.“
Wilhelm Schultze, Bürgermeister der Stadt Hofheim, und Vjeka Adam, Dezernentin des Staatlichen Schulamtes, richteten ihre Grußworte an die Gäste. Adam fasste die Entwicklung der Schule treffend zusammen: „Aus einer Idee ist damit eine feste Größe geworden.“ Sie bezeichnete die Montessori-Schule als verlässlichen und unverzichtbaren Bestandteil der Bildungslandschaft im Main-Taunus-Kreis.
Der ehemalige Schülersprecher Carl Lichtl berichtete anschaulich, wie ihm seine Erfahrungen mit dem Montessori-Konzept und besonders mit der Freiarbeit heute im Studium helfen – ein lebendiges Beispiel dafür, wie nachhaltig die Montessori-Pädagogik wirkt. Ralf Beyer, Kaufmännischer Vorstand, und Philipp Scheidt, künftiger Kaufmännischer Direktor, beschlossen den Festakt.
Beim anschließenden Empfang boten Fingerfood, ein Jubiläumsquiz, eine Videobotschaft des Landrats, der Alumnistand und die Jubiläumstorte reichlich Raum für Gespräche und gemeinsame Erinnerungen. Eine Alumni-Party rundete den ersten Festtag stimmungsvoll ab.
Jubiläums-Sommerfest und Musical
Am Samstag öffnete das Montessori-Zentrum sein Gelände für Familien, Freunde und alle Interessierten – und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig das Kinderhaus- und Schulleben hier ist. Schüler*innen und Lehrkräfte sowie die Erzieher*innen hatten sich wochenlang auf das Fest vorbereitet. An zahlreichen Ständen konnten die Gäste spielen, basteln, experimentieren und das Zentrumsleben hautnah kennenlernen. Ein vielfältiges Essensangebot lud zum Verweilen ein.
Den Höhepunkt bildete das „Monte Musical“ in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kapelle. Der Andrang war so groß, dass einige Gäste die Aufführung im Stehen verfolgten. Kinder und Jugendliche vom Kinderhaus bis zur Oberstufe standen gemeinsam auf der Bühne – ein sichtbares Zeichen dafür, wie die Altersgruppen am Montessori-Zentrum zusammenwachsen. Sie erzählten eine Geschichte über Mut, Gemeinschaft und Kinderrechte. Die zentrale Botschaft lautete: In jedem Menschen steckt etwas Besonderes.
Wie die Mitwirkenden selbst die Proben und die Aufführung erlebt haben, erzählen sie am besten mit ihren eigenen Worten:
„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht zu proben. Bei der Aufführung war ich sehr aufgeregt. Ich hoffe, es hat vielen gefallen und sie fanden es lustig.“ (Mona)
„Ich finde, das Musical hat viel Spaß gemacht und ich bin sehr froh, dass ich mitgemacht habe. Am Anfang der Aufführung war ich sehr aufgeregt, aber danach war es einfach nur toll!!“ (Alma)
„Mir hat das Schauspielern sehr viel Spaß gemacht! Vor der Aufführung war ich sehr aufgeregt. Als ich dann auf der Bühne stand, entspannte ich mich. Es war ein toller Auftritt!“ (Lilo)
„Nach ca. einem halben Jahr Proben führten wir endlich unser Musical auf. Das ganze Projekt war großartig und hat mir viel Spaß gemacht!“ (Lotta)
„Ich fand die Proben und das Musical sehr schön! Zum Teil war der Auftritt sehr aufregend und hat viel Spaß gemacht. Meine Rolle war auch sehr schön. Vor allem das Bühnenbild fand ich beeindruckend. Bei der Aufführung empfand ich Spaß, Aufregung und Freude zugleich. Die Proben in der Kirche haben mir am meisten Spaß gemacht!“ (Annika)
„Mir haben das Musical und die Proben sehr viel Spaß gemacht! Das Bühnenbild war sehr gelungen, deswegen war das Spielen noch schöner. Mit meiner Rolle kam ich gut klar.“ (Lotti)
„Das Monte Musical 2026 war ein großer Erfolg. Die Proben liefen sehr gut, der Auftritt umso besser. Wir waren eine tolle Truppe und haben es gut gemeistert!“ (Nele)
Die Stimmen zeigen, wie viel gemeinsame Arbeit, Aufregung und Freude in der Aufführung steckten. Zugleich machte das Musical auf besondere Weise sichtbar, was das Montessori-Zentrum seit mehr als 30 Jahren auszeichnet: Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersstufen lernen, gestalten und wachsen miteinander.
Bundesweit können nur sehr wenige Montessori-Einrichtungen das Abitur unter eigenem Dach anbieten. In Hessen ist das Montessori-Zentrum Hofheim die einzige Montessori-Einrichtung, die diesen kompletten Weg – von der Krippe bis zum Abitur – aus einer Hand anbietet. Ein Alleinstellungsmerkmal, auf das der Vorstand mit Stolz zurückblickt und das beim Jubiläumsfest an vielen Stellen spürbar wurde.
Das Jubiläumsfest verband den Rückblick auf 30 Jahre Schulgeschichte mit dem Blick nach vorn in die Zukunft. Es zeigte, wofür das Montessori-Zentrum Hofheim steht: eigenständiges Lernen, Verantwortung, Gemeinschaft und Vertrauen in die Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes – von den ersten Schritten im Nest bis zum Abitur.


